Statements

Rückblick von Alex:
Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt hat mich das viel Überwindung gekostet, als man mir sagte, ich müsse in Behandlung bleiben. Doch besser konnte es nicht gehen. Anfangs hatte ich Gespräche mit meiner Betreuerin, aber mit der Zeit fühlte ich mich unterfordert, deshalb bat Sie mir an, ein paar Stunden in der Woche in der Holzwerkstatt "ju-on-job" zu arbeiten. Ich arbeitete mit anderen Jugendlichen zusammen und ich fing langsam an, den anderen Jugendlichen zu vertrauen. In den ersten Wochen blieb fast alles wie es war, doch dann spürte ich, wie sich etwas in mir änderte, ich fühlte mich von Tag zu Tag besser. Jetzt, ein Jahr später, gehe ich meine eigenen Wege, und bin dankbar dafür, dass man mir so gut geholfen hat.

Sabine, 18 Jahre:
Ich bin nun seit August als Patientin in der Jugendberatungsstelle. Mir gefällt es sehr gut und ich bin froh, dass ich diese Menschen habe. Andrea und Lucia stehen mir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite und wenn ich wieder in ein „Loch“ komme, kann ich sie anrufen und danach geht es mir immer ein bisschen besser. Ich finde das Verhältnis zwischen uns ist nicht wie TherapeutInnen und Patientin sondern eher ein freundschaftliches. Ich hatte damals viele Probleme auf einmal und fühlte mich sehr allein; durch sie habe ich gelernt, dass es viele Menschen gibt, die zu und hinter mir stehen. Ich habe wieder Freude am Leben gefunden und weiß doch, wenn es mir wieder schlechter geht, finde ich Halt ...

Matthias, 17 Jahre:
Ich hatte kein Selbstvertrauen, war nach außen hin aggressiv, innerlich aber unsicher. Ich hatte keine richtige Lebensfreude mehr und hatte das Gefühl, überall zu versagen. Am Anfang war die Beratung nur ein Versuch, ob’s was bringt. Ich war skeptisch, ob sich die Behandlung gut auf die Arbeit, meine Selbstsicherheit und die Lebensfreude auswirkt. Eine gute Erfahrung war, dass sich mit einer „zweiten Meinung“ und jemandem, der hinter einem steht, eine andere Sicht der Dinge ergab. Die Sicherheit, anderen meine klare Meinung sagen zu können, möchte ich noch weiter stärken, genau so wie die Selbstsicherheit, positiv von mir zu denken.

Andrina, 17a:
Suchend, schreiend, sehend ....
Eine Zukunft die wieder erwartungsvoll scheint.
Zurück bleibt doch stets ein Rest Angst, ein schmales Loch,
gerade noch groß genug um hinein zu fallen und sich erneut zu verlieren.
Doch der hoffnungsvolle Moment lässt sich nicht beirren.
Will hoffen können, ohne hoffnungslos zu werden,
will erwarten können, ohne jemals wieder nach der einzigen Erwartung,
das alles durch zu stehen, zu ringen.
Ich will leben, spüren, glücklich sein können, mit dem
Wissen und der Stärke aus hoffnungsloseren Tagen.

Nadja, 17 Jahre:
Ich friere als sei es nicht ich die mich frieren lässt
Ich wache als ob nicht ich es bin die schlafen will.
Ich esse als hätte ich den Hunger anderer.
Ich hasse mich als sei ich selbst mein größter Feind.
Ein endloses Ringen, ein nicht gewinnbar scheinender Kampf.
Der Kampf eines Einzelnen gegen die Weite des Alls. Ein Kampf,
indem man alle Taktiken zu kennen scheint, doch umsonst.
Im Gegenteil, wenn der Gegner verliert ist es auch dein
Untergang.
Das sind die Regeln,- im Kampf mit dir selbst.